Hast du auch immer gedacht, dass alleine Zucker und Kalorien für Heißhungerattacken verantwortlich sind? Das ist falsch.
Eine Gruppe von Forschenden hat herausgefunden, dass das Nervensystem bei Blutzuckerschwankungen, Heißhungerattacken und enthemmtem Essen eine wesentliche Rolle spielt.
Vielleicht bist du also garnicht schuld daran, dass Diäten nicht wirken oder du dich bei Essverhalten so wenig unter Kontrolle hast.
Vielleicht ist es einfach eine biologische Reaktion auf chronischen Stress und Trauma.
Nervensystem und Trauma spielen eine entscheidende Rolle bei Blutzuckerschwankungen, Hunger und Essverhalten:
Menschen mit schwächerer Vagusaktivität haben größere Blutzuckerschwankungen: Nach dem Essen schießt der Blutzucker schneller nach oben und fällt auch schneller wieder ab.
Diese geringere Vagusaktivität beeinflusst auch die Kontrolle über unser Essverhalten: wir haben Heißhungerattacken und greifen schneller wieder zu Essen.
Bei Menschen mit chronischem Stress und Trauma können wir in aller Regel eine geringere Vagusaktivität und eine geringere Herzratenvariabiliät (HRV) messen.
Wir finden, dass sind ziemlich gute Nachrichten, denn wir wissen nun, dass wir über die Arbeit mit unserem Nervensystem unsere Blutzuckerschwankungen, unsere Heißhungerattacken und unsere Impulskontrolle beeinflussen können.
Die psychobiologische Traumalösung SOMATIC EXPERIENCING (SE)® arbeitet körperorientiert mit dem Nervensystem und ist eine wirksame Methode zur Linderung von Symptomen und chronischem Stress.
Wir empfehlen für körperorientierte Arbeit mit dem Nervensystem fundiert ausgebildete Therapeut:innen (zertifizierte SOMATIC EXPERIENCING Practitioner) zu wählen.
Studien:
Young, H., Watkins, H. Eating disinhibitionan and vagal tone moderate the postprandial response to glycemic load: a randomised controlled trial. SCI Rep 6, 35740 (2016)
https://www.nature.com/articles/srep35740#Abs1
W.P. Riordan, P.R. Norris, J.M. Jenkins, J.A. Morris: Early loss of heart rate complexity predicts mortality regardless of mechanism, anatomic location, or severity of injury in 2178 trauma patients. In:Journal of Surgical Research, 156(2), 2009, S. 283–289