Weiterbildung Teil 1 – GABE® Basics

23.01.2026 - 25.01.2026 (ganztägig)
Tagungshaus Viva Vita

Dozent:in

Norbert Faller

Beschreibung

Termine

1. Modul/Wochenende:  23. – 25. Januar 2026
2. Modul/Wochenende:  24. – 26. April 2026

3. Modul/Wochenende:  17. – 19. Juli 2026

Das erste Wochenende beginnt am Freitag um 14:30 Uhr. Ansonsten finden die Wochenenden freitags von 15:00 – 19:00 Uhr, samstags von 9:00 – 12:00 und 15:00 – 18:00 Uhr und sonntags von 9:00 – 13:00 Uhr statt.

Anmeldungen: es liegen schon genügend Anmeldungen vor, so dass die Weiterbildung fix stattfinden wird und weitere Anmeldungen sind derzeit noch möglich.

 

 

Das Bewusstsein für Trauma wächst kontinuierlich. Um Menschen, die Trauma erlebt haben, adäquat begleiten zu können, bedarf es einer besonderen Sensibilität und eines spezifischen Know-hows. Dies gilt vor allem, wenn mit dem Körper – speziell Bewegung, Berührung, Atem und Stimme – gearbeitet wird.

In dieser Weiterbildung GABE® Basics werden in drei Modulen grundlegende Interventionen für die Arbeit mit diesen Menschen besprochen und geübt. Sie sollen z. B. Sicherheit und Empathie in der pädagogischen oder therapeutischen Beziehung vermitteln und helfen, auftretende Aktivierungen des Autonomen Nervensystems zu erkennen und Regulation zu ermöglichen.

Inhalte des 1. Moduls/Wochenendes: Grundlagen und verbale Begleitung
Orientierung, Sicherheit, Hier und Jetzt, Kontakt, rezeptives Gewahrsein, Arbeitshaltung und acht Formen der verbalen Begleitung

Um im Hier und Jetzt sein und in Kontakt treten zu können, bedarf es Orientierung und Sicherheit. Orientierung ist für die meisten Menschen ein derart gewohnter Prozess, dass er meist unbewusst geschieht. Orientieren ist Aufgabe des Nervensystems. Es ermöglicht ein Bezogen-Sein im Hier und Jetzt. Dadurch entsteht Offenheit, Interesse, Neugierde und Achtsamkeit. Wir werden besprechen und praktisch üben, wie und wann wir das Hier und Jetzt sowie Orientierung speziell in der Arbeit mit traumatisierten Menschen nutzen, u. a. z. B. zum Stabilisieren.

Je umfassender Sicherheit, Vertrauen und Kontakt sind, je tiefer können sich Klientinnen und Klienten einlassen und ihren Traumabewältigungsprozess gehen. Diese Aspekte sind in jeder Therapie wichtig, aber besonders, wenn es um das Thema Trauma geht, wo durch existentielle Bedrohung meist Sicherheit und Vertrauen verloren gegangen sind. Kontakt entsteht zuerst durch Synchronisation, Verbindung und dann Resonanz. Wir werden Synchronisieren mit einer „Klientin“ bzw. „Klienten“ durch Spiegeln des Gesamtausdruckes (der Stimmung, Haltung, Mimik) und der wichtigsten Gesten/Bewegungen üben und dann kontinuierlich in der gesamten Weiterbildung praktizieren.

In der Arbeit mit traumatisierten Menschen ist die Haltung des „rezeptiven Gewahrseins“ (SE) hilfreich: Gemeint ist eine spezielle Haltung der Pädagogin/Therapeutin bzw. des Pädagogen/Therapeuten in ihrer bzw. seiner Arbeit, die darin besteht, dass sie bzw. er die Klientinnen und Klienten empfangend wahrnimmt und begleitet. Wir werden diese Haltung anhand einer praktischen Übung erfahrbar machen und dann kontinuierlich in der gesamten Weiterbildung praktizieren.

Wir besprechen, weshalb es in der Arbeit mit traumatisierten Menschen wichtig ist, eine spezielle Arbeitshaltung einzunehmen. Da ihnen etwas geschehen ist, was sie nicht selbst bestimmen konnten, ist für sie Kontrolle und Selbstbestimmung ein wichtiges Thema. Außerdem weiß meist ihr Organismus – wenn er sich sicher fühlt, Raum und Zeit hat – am besten, was der nächste Schritt zur Traumabewältigung ist. Deshalb begleiten wir einerseits mehr, als dass wir führen. Andererseits übernehmen wir zugleich Mitverantwortung für den Prozess und unterstützen ihn aktiv, denn es soll keine Überforderung oder gar Retraumatisierung geschehen. Wir geben Raum, verlangsamen (titrieren) und bieten gezielte Interventionen an.

Besonders bei Menschen mit Schocktrauma ist es wichtig, sich auch verbal Informationen über deren Prozess einzuholen, um diesen gut regulieren zu können und Überwältigung zu vermeiden. Verbale Kommunikation hält bei der Aufarbeitung von Schocktrauma – besonders auch wenn körperorientiert gearbeitet wird – den ventralen Vagus und damit die soziale Verbundenheit aktiv. Nicht zuletzt ermöglicht verbale Begleitung auch, unbewusste Inhalte ins Bewusstsein zu heben und Erfahrungen sowohl auszubreiten und zu vertiefen als auch zu integrieren. Folgende acht Arten verbaler Begleitung werden vermittelt, in der eigenen Arbeit geübt und dann kontinuierlich in der gesamten Weiterbildung praktiziert:
  • Das verbale Begleiten des Prozesses durch offene Fragen, die das Empfinden ansprechen.
  • Das exakte Wiederholen der wichtigsten Worte der Klientinnen und Klienten.
  • Das Ansprechen der verschiedenen Erfahrungselemente – Empfinden, Bilder, Verhalten, Gefühle/Affekt und Bedeutung.
  • Kontaktaussagen, die eine Situation, ein aktuelles Geschehen, Befinden oder Erleben bei den Klientinnen und Klienten ansprechen.
  • Das Erfragen von Bedeutung z. B. bei einer Berührung: „wenn die Hände Worte hätten, was würden sie dir sagen?“
  • Sonden – Aussagen als Experimente, um neue Erfahrungen zu ermöglichen oder hinderliche Überzeugungen zu ergründen.
  • Psycho-Information – Sinn und Nutzen bestimmter Interventionen erklären und Klientinnen und Klienten helfen, ihre Reaktionen besser zu verstehen.
  • Unser Selbsterleben anbieten – Körperempfindungen, Bilder, Impulse, Gefühle und Gedanken, die denen der Klientinnen und Klienten entsprechen, aber ihnen evtl. noch unbewusst sind.

Weitere Informationen findet ihr HIER

Ort: Freising/Tagungshaus Viva Vita

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