Teilnahmegebühr
692,80 €
Optionale Buchungsoptionen
-
Übernachtung mit Frühstück im Einzelzimmer 240,20 €18.-20.02.2028
-
Übernachtung mit Frühstück im Einzelzimmer und Vorübernachtung 360,30 €17.-20.02.2028
Dozent:in
Heike Gattnar
Beschreibung
Zeiten
Freitag 13:30-18:30 Uhr
Samstag 9:30-13 Uhr und 15-18 Uhr
Sonntag 9:30-13:30 Uhr
Teilnahmegebühr
450 €
242,80 € Verpflegungspauschale inklusive 2 Vitaminpausen, 3 Mittagessen, 2 Kaffee und Kuchen, 2 Abendessen und Raumpauschale, Kaffee, Tee, Wasser
692,80 € Gesamt
Kurzbeschreibung
Das Echo der Vergangenheit und der Ruf des Selbst
Transgenerationale Weitergabe von Erfahrungen und Trauma
In den vergangenen Jahren haben die Neurowissenschaften aufgezeigt, was extremer Stress und frühe Traumatisierung im Autonomen Nervensystem und im gesamten menschlichen Organismus verursachen. Darüber hinaus ist auch das Verständnis und das Wissen über die transgenerationale Weitergabe von Traumatisierung durch psychologische und epigenetische Forschungen gewachsen.
Immer mehr wird erkannt, dass nicht nur diejenigen Menschen unter posttraumatischer Belastungsstörung leiden, die schwere, lebensbedrohliche Schrecken erfahren haben, sondern auch Personen, die mit ihnen zusammenleben. Kinder und Enkel tragen oft auf vielfältige Weise die Traumatisierung ihrer Eltern und Großeltern weiter. Etwas, das bei Nachfahren von Holocaust-Opfern und Menschen, die Krieg, Vertreibung, Völkermord und Folter erlebt haben, seit längerem beobachtet wurde. Ein Phänomen, dessen man sich auch in alten Stammeskulturen bewusst war. Man sah schwere Traumatisierung als ansteckend an und hat starke Rituale entwickelt, um damit umzugehen.
Was diese Weitergabe auch für die ganz ‚alltägliche’ Traumatisierung in Friedenszeiten bedeutet, darüber wird erst in jüngerer Zeit nachgedacht.
Häufig werden diese ‚ererbten’ Traumatisierungen im therapeutischen Prozess nicht leicht als solche erkannt – weil der Fokus der Therpeut:innen nicht dort ist. Stattdessen wird nach einer Störung bei den Nachgeborenen selbst gesucht. Deren Probleme jedoch sind nicht lösbar ohne ein Verständnis für das Ereignis, dass dem Echo zugrunde liegt, und die Kette der Traumatisierung auslöste.
Ein überwältigender Schrecken lässt einen Menschen ‚nie mehr so sein wie vorher’. Dass dessen Hilflosigkeit und Erschütterung nicht nur auf das Leben dieses Menschen begrenzt ist, sondern auch noch 3 – 4 Generationen weiter wirkt, ist eine Vorstellung, die fast ungeheuerlich ist. Und doch ist es etwas, das bei genauem Hinschauen, genauem Hinhören seit längerer Zeit eine Herausforderung in vielen Bereichen und den sozialen Beziehungen geworden ist.
Im Dritten Teil wird es um eine weitere Vertiefung gehen. Ein wichtiger Schwerpunkt werden bei diesem Kurs die Erfahrungen von Verlust, von Verlassen-Werden und Nicht-Gesehen-Werden sein. Diese Themen zeigen ihre ganz unterschwellige Wirkung im Selbstbild eines Menschen, in seinen Glaubenssätzen und Wertvorstellungen. Nicht selten scheint ein Mensch, mit diesen hintergründigen Themen, sich, seine Freude am Leben oder seinen Erfolg zu sabotieren. Welche Rolle spielen dabei die frühen Erziehungsmodelle und -erfahrungen im Leben der Ahnen, und wie wirkt sich das in späteren Generationen aus? Wie können wir unterscheiden, ob es eine Generation übergreifende Thematik ist, oder eine im Leben des Menschen selbst entstandene Erfahrung? Wie können wir das ‚Trauma der Ahnen‘ auflösen und wie das ‚Trauma der Nachkommen‘? Mit Video, Übungen, Ritualen, Demonstrationen und natürlich auch Theorie wollen wir uns diesen elementaren Themen nähern. Themen, deren Auflösung für mich eine wesentliche Rolle für ein friedliches Zusammenleben spielen.
Heike Gattnar, 1943 in den Wirren des 2. Weltkriegs geboren, hat aus eigener Betroffenheit schon früh nach Möglichkeiten gesucht frühes und transgenerationales Trauma zu integrieren und zu heilen. 2003 hat sie ihren SE-basierten Arbeitsansatz zum Verständnis und zur Bewältigung von transgenerationalem Trauma entwickelt, und seit Jahrzehnten erprobt. Als Mutter und Großmutter ist sie ganz besonders an der Verhinderung von Traumatisierung der nächsten Generationen interessiert. Sie hat eine lange persönliche Therapieerfahrung und einen reichen Erfahrungsschatz durch intensive Aus- und Fortbildungen in verschiedenen Wahrnehmungsmethoden, Meditation, Kunsttherapie, Atem- und Stimmarbeit. Sie ist seit 1987 zertifizierte Feldenkrais-Lehrerin. Seit 1997 liegt ihr Arbeitsschwerpunkt vor allem bei Somatic Experiencing für das sie seit 2002 eine Lehrerlaubnis hat. In all den vergangenen Jahren hat sie in SE-Trainings Generationen von SE-Praktizierenden ausgebildet und neben den Seminaren zu Transgenerationaler Traumatisierung, SE Postadvanced Trainings zu ver-schiedensten Themen unterrichtet.
Teil der Veranstaltungsserie