Teilnahmegebühr
120,00 €
Dozent:in
Doris Rothbauer
Beschreibung
Zeiten:
9.5. 16-19 Uhr
10.5. 10-13 Uhr
Bindungstrauma und seine Folgen
In dieser Online-Fortbildung beschäftigen wir uns damit, wie Menschen lernen, mit frühkindlichen traumatischen Erfahrungen umzugehen. Um die für Kinder lebensnotwendige Bindung zu schützen, müssen Menschen unter Umständen Anpassungsmuster entwickeln, die oft gravierende Auswirkungen haben, auf die Art und Weise, in der sie der Welt und sich selbst begegnen. Das unbewusste Festhalten an diesen früh erlernten Anpassungsmustern kann zu einer anhaltenden Entfremdung von unserem authentischen Selbst führen.
Mit Hilfe der Prinzipien aus dem SE, insbesondere der Kopplungsdynamiken, vertiefen die Teilnehmenden ihre Fähigkeit, diese Dynamiken und ihre Auswirkungen im Erwachsenenalter zu erkennen und mit ihnen zu arbeiten.
Hintergrund
Bei der Arbeit mit traumabedingten Symptomen begegnen wir häufig Identitätsverzerrungen wie starken Scham- und Schuldgefühlen, geringem Selbstwertgefühl, chronischer Selbstkritik und einem Mangel an kreativer Kraft.
Um Menschen dabei zu unterstützen, aus diesen Zuständen herauszukommen, müssen wir unsere Aufmerksamkeit auf die zugrunde liegenden Anpassungsmuster richten und darauf, wie diese unsere Beziehung zu uns selbst und anderen beeinflussen.
Eine tiefgreifende und dauerhafte Veränderung ist nur möglich, wenn wir in der Lage sind, den abgespaltenen Aspekten unseres Selbst zu begegnen, sie zu erforschen und zu integrieren.
Der therapeutische Prozess
Eine ruhige Präsenz und Einstimmung seitens des Therapeuten sind wesentliche Voraussetzungen für diesen Prozess. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass es umso schwieriger ist, diese ruhige und eingestimmte Unterstützung zu bieten, je höher der Grad der Dysregulation beim Klienten ist. Als Therapeuten stehen wir oft unter dem Druck der Gegenübertragung und versuchen, Lösungen und Interventionen anzubieten, die die Komplexität der Erfahrungen unserer Klienten nicht vollständig erfassen.
Was wir erkunden werden
In dieser Online-Fortbildung untersuchen wir aus einer Haltung innerer Präsenz und Neugier heraus, wie wir SE-Prinzipien nutzen können, um uns selbst und unseren Klienten den Zugang zu tieferen Aspekten des Seins zu ermöglichen.
Konkret werden wir uns damit befassen, wie wir
• das komplexe Zusammenspiel zwischen Nervensystem und Wahrnehmungsverzerrungen ansprechen können
• den Kontext erkunden, in dem adaptive Muster entstanden sind, sowie deren Auswirkungen im Hier und Jetzt
Für wen
Diese Online-Fortbildung richtet sich an SE-Therapeuten und -Praktiker, die ihr klinisches Verständnis von Scham, Schuld und Identitätsverzerrungen in der Traumabehandlung vertiefen möchten.