VA 228 – Präsenz und Verbindung in der Gruppe – Einführung in das Systems-Centered Training (SCT)

27.11.2026 - 29.11.2026 (ganztägig)
Online über Zoom, 451236

Teilnahmegebühr

350,00 €

Dozent:in

Tatjana Lehmann

Beschreibung

Als Somatic Experiencing-Praktizierende kennen wir die Kraft der körperlichen Selbstregulation und die Weisheit des Nervensystems. Doch wie wirkt sich das Gruppengeschehen auf unser Erleben aus – und wie können wir auch als Teil der Gruppe in Verbindung und Präsenz bleiben? Das Systems-Centered Training (SCT) ergänzt die SE-Arbeit auf der Beziehungsebene und macht die Gruppe selbst zum Heilungsraum.

Was ist das Systems-Centered Training (SCT)?
Entwickelt von Yvonne Agazarian an der Schnittstelle von Gruppendynamik und Tiefenpsychologie, ist SCT ein erfahrungsorientierter Ansatz zur Arbeit mit Gruppen, Beziehungen und inneren Prozessen. Ein zentraler Grundsatz lautet:
Jedes Mitglied einer Gruppe ist eine Stimme für die Gruppe.
SCT bietet konkrete Werkzeuge, um Unterschiede zu erforschen, Konflikte zu transformieren und Verbindung zu stärken – auch dort, wo Polarisierung droht.
SE und SCT – eine wirkungsvolle Verbindung
Somatic Experiencing (SE)® arbeitet mit der Weisheit des Nervensystems und der Befreiung gebundener Energie. SCT ergänzt diese Arbeit auf der Beziehungsebene in Gruppen. Zusammen ermöglichen beide Ansätze:
• Körperliche, emotionale und zwischenmenschliche Prozesse miteinander zu integrieren
• Eigene und fremde Reaktionen als Teil der Gruppendynamik zu verstehen – statt sie nur persönlich zu nehmen
• Mehr Klarheit, Handlungsspielraum und Sicherheit in Gruppen zu entwickeln
• Co-Regulation zu erfahren und ein tieferes Gefühl von Verbundenheit zu erleben

Das Herzstück: Funktionales Untergruppieren
Die zentrale Methode des SCT ist das Funktionale Untergruppieren – eine klare und wirkungsvolle Form der Kommunikation und Konfliktlösung. Unterschiede werden dabei nicht vermieden oder ausgeglichen, sondern schrittweise erforscht und integriert:
• Ein Unterschied nach dem anderen wird betrachtet
• Innerhalb jeder „Seite“ entstehen differenzierte Abstufungen
• Scheinbare Gegensätze zeigen neue Gemeinsamkeiten

Dieser Prozess wirkt titrationsartig – wie wir es aus der SE kennen: Kleine Unterschiede werden integriert, ohne das System zu überfordern. Die Gruppe bleibt dabei in Verbindung, anstatt sich zu spalten oder zu polarisieren.

Was wir gemeinsam erforschen
• Wie kann ich in einer Gruppe präsent bleiben – oder erkennen und wieder zurückfinden, wenn nicht?
• Wie bleibe ich in Verbindung mit mir selbst und mit anderen, ohne mich aufgeben zu müssen?
• Wann öffne ich mich – und wann ziehe ich mich zurück oder werde angriffslustig?
• Wie können Unterschiede integriert werden, ohne Anpassung oder Abspaltung?
• Wie kann ich mich funktional in eine Gruppe einbringen?

Was Teilnehmende mitnehmen
• Mehr Präsenz und Selbstregulation in Gruppen
• Ein tieferes Verständnis eigener Verhaltensweisen im sozialen Kontext
• Mehr Bewusstheit im Umgang mit Konflikten und Unterschieden
• Die Fähigkeit, Unterschiede als Ressourcen zu sehen
• Praktische Anwendung des Funktionalen Untergruppierens

Hinweis: Momente von Unwohlsein sind ein natürlicher und erwartbarer Teil dieses Lernprozesses. Einen neuen Umgang mit sich selbst und mit Gruppen zu entwickeln bedeutet, vertraute Verhaltensweisen zu hinterfragen. Gerade diese Momente bieten jedoch die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen – in einem Rahmen, der auf Sicherheit, Integration und Verbindung ausgerichtet ist.

Format Erfahrungsbasierter Workshop im Gruppensetting · Online via Zoom
Leitung Tatjana Lehmann · www.tatjanalehmann.de
Mehr zum SCT www.systemscentered.com ·
Erklärvideo Funktionales Untergruppieren (deutsch): youtu.be/yJDOG9KyD8U

Kategorien

SEP für SEP (Somatic Experiencing Practitioner)  Vereinsveranstaltungen